© Antropark 2012, Autor und Illustrationen © Libor Balák

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Antropark wurde als Teil der Website der Akademie der Wissenschaften in Brünn im Jahr 2005 erstellt.

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Antropark stellt sich vor

The lord of the world (the first pictorial reconstructional project of Antropark, 1998)

Antropark wurde ursprünglich als eine private Bildexposition im Internet gegründet, welche das einzigartige mährische Gravettien als ein Zivilisationszentrum thematisiert und dabei weltweit eine Spitzenposition einnimmt.

Ursprünglich sollte Antropark eine Fortsetzung der Initiative von Professor Karl Absolon sein, der in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts einzigartige archäologische Funde sowohl der tschechischen als auch der weltweiten Öffentlichkeit präsentieren wollte. Auch wollte er feststellen, ob der Stil des illusionären Realismus, der den Maler Zdenìk Burian durch Rekonstruktionen bekannt machte, immernoch aktuell und zeitlos war. Heute wirkt Antropark in die Wissenschaft, die Museologie und die Medien. Insbeondere die Bilder aus der Epoche der legendären „Mammutjäger“ sind heute sehr gefragt und man kann sagen, dass sie selbst auch ein Teil unserer heutigen Kultur sind.

Die ersten Bilder entstanden Anfang der 1990er Jahre für die Internetexpositionen, sowie für klassische Ausstellungen. Ich beobachtete bei diesen Ausstellungen die Reaktionen der Besucher und griff sie bei neuen Arbeiten immer auf. Ich stellte fest, dass Leuten, die über wenig oder keine Informationen bezüglich der Bildrekonstruktionen verfügten, die Rekonstruktionen unbegreiflich schienen und schwer nachvollziehbar waren. Bei den Urmenschen erwarteten die Leute eigentlich Unvermögen und Primitivität, wovon die Rekonstruktionen, die sie zu Gesicht bekamen gerade nicht zeugten. Daher war ich also gezwungen zu gradlinigen, erklärenden und einfachen Rekonstruktionen überzugehen. Solch einfache Rekonstruktionen hatte vor mir noch niemand gemacht. Es schien merkwürdig, sich mit den Venusstatuen zu beschäftigen und ausgehend von ihnen Frisuren nachzubilden, wo sich doch das ganze 20. Jahrhundert und auch davor niemand ernsthaft damit beschäftigt hatte. Gleichzeitig mit mir begann auch die amerikanische Forscherin Prof. O. Soffer, sich mit diesem Zeitabschnitt und den Venusstatuen zu beschäftigen. Es war interessant festzustellen, dass bezüglich der archäologisch am besten lesbaren Kultur des Paleoliths – das Gravettien, keine sich damit befassenden Forscher erwähnt wurden. Es war faszinierend, der Erste zu sein, der einen Weg fand, das Aussehen nördlicher Kleidung anhand von Statuen mit angedeuteten Verziehrungen nachzubilden, sowie der Erste zu sein, der den Körperschmuck von vor 20 – 30 tausend Jahre lebender Menschen zu Gesicht bekommt. Bis dahin hatte man die Urmenschen einfach nur mit um den Hals gehängten Zähnen und mit grob platzierten, im besten Falle zusammengenähten, Leder- und Pelzstücken präsentiert. Kleinen Statuen eine solche Beachtung zu schenken, war einfach neu und abenteuerlich, das gleiche gilt auch für die Gräber. In Russland hatte schon vor Jahren M. M. Gerasimov versucht, Gesichter, ausgehend von Schädeln, zu rekonstruieren, aber diese Rekonstruktionen waren für die Öffentlichkeit nicht attraktiv genug und der Kleidungsschmuck war bloß auf den Büsten der Kinder von Sungir angedeutet. Also habe ich angefangen etwas zu schaffen, was nun sowohl komplex verarbeitet, als auch attraktiv für die Zuschauer ist. So wurden die Rekonstruktionen des sungirischen Mannes und der sungirischen Kinder geboren. Bilder, die im wahrsten Sinne des Wortes die Welt erobern und überzeugen, dass die Urzeit ganz anderes war, als sie bisher dargestellt wurde.

Antropark ist also eine neue Richtung gegangen. Es konzentrierte sich auf alle bedeutenden, zentralen Entdeckungen auf der ganzen Welt. Nicht nur die Archäologie, sondern auch andere Gebieten können viele Aussagen über das Leben unserer Vorfahren machen. Es gibt zum Beispiel einzigartige Entdeckungen im Bereich der Morphologie aus den sechziger Jahren, die bis heute noch niemand zur verbesserten Anfertigung von Rekonstruktionen benutzt hat. Es sind die Soziobiologie und die bemerkenswerte Evolutionsbiologie mit der Memetik zu nennen, sowie die Kulturanthropologie, die eine Fülle neuer Impulse und unglaubliche Entdeckungen in sich bergen. Zuletzt wäre hier noch die Genetik, welche mit der Vorstellung, dass Bilder urzeitlicher Menschen von nicht eingeweihten Künstlern bloß mit Bleistift, Papier und ein wenig Phantasie hergestellt werden können, definitiv abschließt.

Um in die Vergangenheit zu schauen, ist es nötig, Erkenntnisse aus naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Gebieten so zusammenzufügen und so zu verarbeiten, dass sie einen Sinn ergeben. Dies heißt also Wissenschaft und nochmals Wissenschaft und Arbeit und nochmals Arbeit. Berge von Arbeit. Vielleicht werde ich irgendwann in fernerer Zukunft in der Lage sein, zu skizzieren, wie ein Lager von Neandertalern und ihr Äußeres ausgesehen haben könnte. Vielleicht irgendwann in ein paar Jahrzehnten. Warum erst nach so einer langen Zeit? Schließlich wissen wir das doch schon. Wir kennen es aus dem Fernsehen, Museen und dem Internet. Nur haben alle diese Abbildungen einen gemeinsamen Haken. Eine ganz „HEIßE NADEL“. Damit meine ich, dass man erst dann versucht hat darzustellen, wie der einen oder andere Mensch oder andere Leute oder eine Gesellschaft aussahen, als man solche Bilder für eine Ausstellungen oder fürs Fernsehen brauchte und so auf die Schnelle etwas heranzog, was oft schon wiederholt dargestellt wurde. Oder man brachte etwas Unausgereiftes und schlecht Durchdachtes hervor.

Heißt dies also, dass in diesem Arbeitsfeld ein Schlendrian regiert? Nein, natürlich nicht, es ist ganz anders. Nämlich viel schlimmer! Ein solches fachmännisches, spezialisiertes Arbeitsfeld existiert überhaupt nicht! Auch Antropark, das auf bestimmte Weise mit der offiziellen Wissenschaft verknüpft ist, hat keinen professionellen Hintergrund offizieller wissenschaftlicher Institutionen. Es ist nur ein Schatten dessen, was es sein könnte, wenn es so wäre…

Antropark ist eine Reise voller Abenteuer, bei denen es etwas Normales ist, der Erste zu sein. Es ist ein faszinierendes Gefühl der Erste zu sein, der sich einstige Statuen anschaut und von ihnen Frisuren, Beschmückungen oder Bekleidungen abliest. Es ist unglaublich aufregend zu wissen, dass man der Erste ist, der nach tausenden von Jahren enthüllt, wie die damaligen Kulturen die Welt um sich herum wahrnahmen, was die urzeitlichen Bewohner der Welt fühlten, was sie vermochten und über welche Möglichkeiten sie verfügten. Antropark bedeutet der Einzige zu sein, der mit mutigen Untersuchungen voranschreitet und enthüllt, wie die Haut der ältesten Menschen ausgesehen hat oder die Geheimnisse der sich immer wiederholenden Prinzipien kultureller Verhaltensmuster erfasst. Es gibt hier sehr viele Möglichkeiten, der Erste zu sein, was eine unglaublich grandiose Gelegenheit darstellt. Antropark ist eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit, aber auch ein Abenteuer, sich in der Welt nicht zu verlieren, sie anzusprechen und sich zu bemühen, einen Ort und die Mittel für die Erforschung der einfachsten und grundlegendsten Fragen der Wissenschaften zu finden.

Die Wissenschaft und die Kunst sind nämlich ein einziges, riesengroßes Abenteuer.

 

 

 Über den Autor

 

Die hier präsentierten Bildrekonstruktionen sind das Werk des Künstlers und Gestalters Libor Balák. 

Libor Balák ist Maler, Schüler des weltweit namhaften Künstlers Zdenìk Burian. Auch er widmete sich ebenso wie sein Lehrer ursprünglich Illustrationen in Büchern. Später übernahm er die gestalterische Arbeit bei dem bekannten Computerspiel Vietcong 1 und 2. Er beschäftigte sich auch mit Portraits, freier Malerei (Sci-Fi, Fantasy, lebendige Natur, Elemente, Weltall, Akte usw.), Entwürfen für Umschläge und Poster (angewandte Grafik, angewandte Malerei). In den letzten Jahren beschäftigte er sich dann bereits professionell mit Rekonstruktionsarbeiten der Urzeit, sei es im Auftrag von Museen oder andere Interessenten, oder wie hier für das Projekt Antropark, welches sich mit grundlegenden Untersuchungen befasst. Seine Rekonstruktionen sind in Museen überall auf der Welt ausgestellt. Er propagiert die professionelle, exakte Rekonstruktion der Urzeit und ist Autor einer Arbeit über die geregelte Vorgehensweise bei Rekonstruktionen, die sowohl für Universitäten, Museen aber auch für Leute, die sich einfach in diesem Bereich orientieren möchten, bestimmt ist. Auch macht er Studenten der Hochschulen mit diesem Arbeitsbereich vertraut. Die moderne Rekonstruktionspaläontologie hat er so zum Leben erweckt. Schon sehr lange arbeitet er mit Spezialisten der Universitäten und Forschungsinstitutionen zusammen (z.B. das Mährische Landesmuseum in Brünn, die Philosophische Fakultät der Masaryk-Universität in Brünn, das Archäologische Amt der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Brünn, das technische Museum in Brünn und viele mehr). Weiteren Zusammenarbeiten und Möglichkeiten die kritische Erforschung und Beurteilung alter Kulturen und ihrer Präsentation zu propagieren, steht er offen gegenüber.

Momentan suchen wir einen flexibeln und wirksamen Weg, das weitere Gelingen von Antropark sicherzustellen. Dies gilt sowohl für die Entstehung neuer Bilder, als auch für die Verarbeitung fachspezifischen Materials. Wir begrüßen allen neuen Anregungen und Ideen, sowie die Unterstützung durch Museen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden, oder Privatpersonen.  


Nehmen Sie unsere Einladung an die Autoren persönlichen Website,

wo Sie weitere Werke finden kann mit Pinsel und Stift

 

www.liborbalak.wz.cz

 


 

Monatliche Berichte über die Aktivitäten des Antropark

(auf Tschechisch - verwenden Sie den Compiler)

 

Schritte zur Einführung des Faches Rekonstruktion paleoetnologie

(auf Tschechisch - verwenden Sie den Compiler)

 


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Diese Seite übersetzt von Eva Netal.

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